Rückführung von Wohnraum

Die drei Institutionen belegen Liegenschaften, die nicht für Forschungs-, Lehr- oder medizinische Zwecke gebaut wurden. Dieser Zweckentfremdung kann mit der Konzentration der Institutionen im Hochschulgebiet entgegengewirkt werden.

 

Auch die Rückgabe von zweckentfremdetem Wohnraum ist im revidierten Richtplan geregelt. Diese Aufgabe war ein zentrales Thema an der Quartierinformationsveranstaltung im Juni 2015. Heute belegen die drei Institutionen Universität, ETH und Universitätsspital etliche Liegenschaften, die ursprünglich nicht für Forschungs-, Lehr- oder medizinische Zwecke gebaut wurden. Diese Zweckentfremdung hat unterschiedliche Gründe, die unter anderem mit der geschichtlichen Entwicklung der Institutionen und deren akuter Platznot in den vergangenen Jahren zusammenhängen. So konnte zum Beispiel die  Immobilienentwicklung der Universität nicht mit ihrem Studierendenwachstum mithalten.

NL3_Wohnraum_kleiner.jpgWohnraumrückführung, Stand Sommer 2015

 

Heute ist die Universität nicht nur auf vier Hauptstandorte, sondern auch auf viele Kleinliegenschaften verteilt, die sich mehrheitlich nur schlecht für die Nutzungsbedürfnisse des Hochschulbetriebs eignen und meist auch nur angemietet sind. Dieser Entwicklung kann mit der Konzentration der drei Institutionen im Hochschulgebiet entgegengewirkt werden. Der Kanton und die drei Institutionen meinen es ernst mit der Wohnraumrückführung. Bereits sind rund 25 zweckentfremdete Objekte wieder Wohnzwecken zugeführt worden. Die ETH Zürich hat 2010 einen Vertrag mit der Stadt Zürich abgeschlossen, der genau vorgibt, bis wann welche Immobilien wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt werden. Die UZH arbeitet gegenwärtig einen entsprechenden Vertrag aus. Dies zeigt: Die Wohnraumrückführung ist in vollem Gang.

Damit die Institutionen zweckentfremdete Gebäude und Häuser verlassen und ihre Tätigkeit auf wenige Standorte konzentrieren können, ist die bauliche und räumliche Weiterentwicklung und Verdichtung im Hochschulgebiet zwingende Voraussetzung.

Bei der Wohnraumrückführung muss ausserdem ein wichtiger Unterschied bei der Art der zweckentfremdeten Liegenschaft beachtet werden:

  • Befindet sich die zweckentfremdete Liegenschaft im Eigentum des Kantons, kann dieser die Wohnraumrückführung veranlassen und gewährleisten.
  • Bei gemieteten Liegenschaften kann der Kanton diese freigeben. Der Entscheid über die weitere Nutzung liegt aber nicht mehr beim Kanton, sondern beim (privaten) Besitzer. Die Art der weiteren Nutzung bleibt somit offen.

Aktuell werden noch 45 Objekte durch die Institutionen zweckentfremdet genutzt. Davon sind 27 Objekte Mietobjekte. Bei rund 15 dieser 45 Objekte ist eine Rückführung bis 2025 konkret geplant. Bei den restlichen ist die weitere Nutzung noch offen.

Nicht bei allen Objekten im Eigentum des Kantons gibt es einen vorgeschriebenen Wohnanteil, auch wenn es sich um ehemalige Wohnhäuser handelt. Die Projektbeteiligten sind aber grundsätzlich zur Wohnraumrückführung bereit, sofern eine Zweckentfremdung vorliegt.