Vier Fragen an Wilhelm Natrup

Der Kantonsplaner im Kurzinterview.

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1) Welche Rolle haben Sie im Projekt Hochschulgebiet Zürich Zentrum?

Als Kantonsplaner leite ich das kantonale Amt für Raumentwicklung, das mit der Gebietsplanung des Hochschulgebiets betraut ist. Dadurch bin ich auch Mitglied der Projektsteuerung und sorge mit meinen Kolleginnen und Kollegen dafür, dass das Projekt vorankommt. Zudem agiere ich beim Studienauftrag Stadtraumkonzept HGZZ, der momentan durchgeführt wird, als Moderator und werde die eingereichten Ideen später mitbeurteilen.

2) Welche Bedeutung hat die Weiterentwicklung des Hochschulgebiets für die kantonale Raumplanung?

Trotz oder gerade durch das Wachstum der drei Institutionen im Hochschulgebiet sollen dort auch die Lebens- und Standortqualität gestärkt werden. Diese beiden Entwicklungen in Einklang zu bringen, ist ein zentrales Anliegen einer langfristigen Raumplanung. Aufgrund der kantonalen Tragweite des Vorhabens muss die Planung des Hochschulgebiets mit der gesamtkantonalen Raumplanung kongruent sein. Die übergeordneten Interessen müssen im Blickfeld behalten werden. Dies wird durch den Eintrag im kantonalen Richtplan gewährleistet.

3) Neben den gängigen Planungsinstrumenten wie den Richt- und Gestaltungsplänen wird für das Hochschulgebiet Zürich Zentrum auch ein Stadtraumkonzept erarbeitet. Welche Chancen sehen Sie dadurch in Bezug auf die Gebietsentwicklung?

Die bisherigen Planungsschritte haben den Rahmen für die Weiterentwicklung gesetzt. Das Ziel des Stadtraumkonzepts ist es nun, mithilfe einer prägnanten Leitidee der Gebietsentwicklung ein konkreteres Bild zu geben. Die Themen, die im Rahmen des Studienauftrags behandelt werden, sind für die künftige Qualität des Hochschulgebiets von enormer Bedeutung. In den Architekturwettbewerben wird die Leitidee ebenfalls aufgegriffen werden, sodass später ein in sich stimmiges Hochschulgebiet entsteht, das sich harmonisch in das bestehende Stadtbild einfügt.

4) Bei der Weiterentwicklung des Hochschulgebiets sprechen wir von einem Realisierungshorizont von mehr als 30 Jahren. Wie konkret kann dieses Bild zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt werden?

Dieser langfristige Entwicklungszeitraum ist tatsächlich eine besondere Herausforderung – auch für die Entwicklung der Leitidee. Bei der Erarbeitung des Stadtraumkonzepts ist die schrittweise Realisierung daher ein zentrales Thema. Im Vordergrund steht weniger eine Vision des Endausbaus sondern vielmehr eine realisierbare Umsetzung in Teilschritten.