Vier Fragen an Prof. Dr. Christoph Hock

Was erhofft sich die Universität Zürich (UZH) von der Weiterentwicklung des Hochschulgebiets? Der Prorektor der Universität gibt Antworten.

 

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1) Welche Rolle hat die Universität im Projekt Berthold?

Das Projekt Berthold umfasst die Gesamterneuerung des Universitätsspitals und der medizinbezogenen Bereiche der Universität am Standort Hochschulgebiet Zürich Zentrum.
Es stellt die Weichen für die Universitäre Medizin von morgen.
Das Hochschulgebiet im Zentrum beherbergt mit der Universität (UZH), der ETH Zürich und dem UniversitätsSpital Zürich (USZ) drei für die Universitäre Medizin zentrale Institutionen.
Die UZH gewährleistet die Koordination der Ziele und die Synchronisation der Prozessabläufe des Planungsprojekts.


2) Welche Bedeutung hat das Projekt Berthold für die Universität Zürich?

Die Medizinische Fakultät der UZH ist mit rund 3000 Studierenden und über 700 Dozierenden
die grösste medizinische Fakultät der Schweiz. Ihre Nähe zu den fünf universitären Spitälern,
der ETH Zürich und ihre multiplen internationalen Kooperationen gewährleisten ein international
renommiertes und hochkarätiges Umfeld. Die Universitäre Medizin steht heute an einem
Wendepunkt. Megatrends wie die Alterung der Bevölkerung, personalisierte Medizin und die
zunehmende Digitalisierung stellen zugleich Herausforderungen und Chancen dar. Das Projekt
Berthold schafft die strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen, um diese Herausforderungen anzugehen und die Chancen zu nutzen.
Dadurch bleibt in Zürich Forschung, Lehre und Versorgung auf Weltniveau möglich.


3) Warum ist die räumliche Nähe zu Universitätsspital und ETH Zürich für die Universität so wichtig?

In der Universitären Medizin sind Forschung, Lehre und klinische Versorgung von Patienten hochgradig interdependent.
Die Nähe von UZH, ETH Zürich und USZ ermöglicht die gemeinsame, zielgerichtete Arbeit an neuen Möglichkeiten der Diagnose, Prävention und Therapie von schweren Erkrankungen.
Damit können die Patientinnen und Patienten stets von den aktuellsten Erkenntnissen aus der Forschung profitieren.
Aus dem Dialog verschiedenster Experten und der Arbeit in interdisziplinären Teams entstehen Innovationen, welche die Weiterentwicklung der Medizin garantieren.
Die dazu benötigte Infrastruktur ist aufwändig und erfordert Expertenwissen, weshalb es auch ökonomisch sinnvoll ist, sie gemeinsam bereitzustellen und optimal auszulasten.


4) Was erhofft sich die Universität von einem Ausbau der Universitären Medizin im Hochschulgebiet Zürich Zentrum?

Wir forschen nicht zum Selbstzweck, sondern sehen es als unsere Aufgabe, die Medizin für morgen anhand der wandelnden Bedürfnisse der Gesellschaft mitzugestalten.
Neue Errungenschaften sollen direkt und unmittelbar in die Gesellschaft einfliessen. Um diesen Austausch zu garantieren, muss die Universitäre Medizin dort stattfinden, wo auch gelebt wird.