Für ein offenes Hoch­schul­gebiet

Die Stadträume im Hochschulgebiet Zürich Zentrum sollen aufgewertet werden. Ein Konzept zeigt auf, wie das aussehen könnte.

Für das Hochschulgebiet Zürich Zentrum wurde in den vergangenen Monaten ein Stadtraumkonzept erarbeitet. Dieses zeigt auf, wie die Räume zwischen den Neubauten optimal aufgewertet werden können.07_Stadtraumkonzept_650.JPG

Die Weiterentwicklung des Universitätsspitals (USZ), der Universität (UZH) und der ETH Zürich im Hochschulgebiet Zürich Zentrum bietet die Gelegenheit, das Gebiet als Ganzes aufzuwerten und attraktiver zu gestalten. Anfang 2017 startete ein Studienauftrag mit drei Teams bestehend aus Landschaftsarchitekten, Stadtplanern, Verkehrsplanern und Soziologen. Diese haben sich intensiv mit der An- und Einbindung des Hochschulgebiets in die umliegenden Quartiere, der Verkehrsführung, dem Zusammenspiel der öffentlichen Räume mit den Gebäuden und weiteren Themen beschäftigt. Entstanden sind drei Vorschläge für ein Stadtraumkonzept HGZZ, welche die Teams im Juni eingereicht haben. Der Vorschlag des Teams von Studio Vulkan und KCAP Architects & Planners überzeugte das breit abgestützte Beurteilungsgremium des Studienauftrags am meisten. Sie wurden daher beauftragt, das Konzept weiter auszuarbeiten.

Gebiet wird durchgängig

Das mittlerweile überarbeitete Stadtraumkonzept der Arbeitsgemeinschaft sieht einen «Inner City Campus» vor, der für die Institutionen wie auch die Bevölkerung einen offenen, attraktiven Aufenthaltsort bildet. Zentrales Gerüst des Stadtraumkonzepts ist der Freiraum in Form von attraktiv gestalteten Längs- und Querverbindungen durch das gesamte Gebiet. Diese Strassen, Wege und Durchgänge gewährleisten die Offenheit, Einbettung und Anbindung des Hochschulgebiets an und in die umliegenden Quartiere. Gleichzeitig sind darin Plätze, Parkanlagen und Terrassen eingewoben, die dem Hochschulgebiet eine neue Aufenthaltsqualität bieten.

Einen zentralen öffentlichen Freiraum bildet dabei der «Gloriapark» am Standort des heutigen Spitalparks, der zum grünen Herz des Hochschulgebiets wird. Dieser geht an der Kreuzung Rämi-/Gloriastrasse in den neuen «Rämiplatz» über. Auf diesem Platz soll einerseits eine Tramhaltestelle integriert werden. Dies ermöglicht grössere Wartebereiche und erhöht die Sicherheit beim Ein- und Aussteigen. Andererseits ist mit der Agora – einem Fest- oder Marktplatz – auf dem Rämiplatz ein Ort der Begegnung vorgesehen, der auch die Möglichkeit für eine temporäre Ausstellung oder Ähnliches bietet.

Verschiedene öffentliche Nutzungen

Nicht nur auf dem Rämiplatz, sondern im ganzen Hochschulgebiet soll es Raum für öffentliche Nutzungen haben. So wurde entlang der Schwerpunkte Arbeit, Freizeit und Versorgung (Einkauf, Gastronomie) eine Nutzungsstrategie für die öffentlichen und halböffentlichen Räume um und auch in den Gebäuden vorgeschlagen. Die Rede ist dabei von Foren, Bibliotheken, Kiosken und Cafeterias, welche das bestehende Angebot ergänzen. So können die Stadträume vielfältig genutzt werden.

In einem nächsten Schritt wird das Stadtraumkonzept bis Ende Jahr zum sogenannten Weissbuch weiterentwickelt. Im Weissbuch werden Grundsätze für ein nachhaltig attraktives Hochschulgebiet festgehalten, die auch bei den Architekturwettbewerben für die einzelnen Bauvorhaben berücksichtigt werden. Das Weissbuch bildet dadurch eine einheitliche Klammer um die künftige Entwicklung der Frei- und Zwischenräume im Hochschulgebiet.

07_Stadtraum Raemiplatz_650.jpgSo könnten die Stadträume einst aussehen. Ein Blick vom «Rämiplatz» in Richtung USZ, rechts die Gloriastrasse. (Bild: ARGE Studio Vulkan & KCAP Architects & Planners / © Werk 3 - Architekturvisualisierungen)