Gastbeitrag UZH

Eine zeitgemässe Lehr- und Lernlandschaft für alle.

Die bauliche Infrastruktur ist das Fundament einer erfolgreichen Universität. Sie ist entscheidend für Angebot und Qualität von Forschung und Lehre sowie um renommierte Personen in beiden Bereichen zu gewinnen. Um ihre Position im nationalen und internationalen Wettbewerb nicht zu gefährden, muss die Universität Zürich räumliche Voraussetzungen für zeitgemässe Lehre und Forschung schaffen. Für die weitere erfolgreiche Entwicklung der UZH steht daher nach der Einweihung des Hauptgebäudes 1914 und der Eröffnung der vier Ircheletappen ab den 1970er Jahren ein dritter baulicher Meilenstein an.

05_Waesserwies_650.jpgDas Areal Wässerwies soll auch den Quartierbewohnern einen niederschwelligen Zugang zu den öffentlichen Angeboten der UZH gewähren.

Dieser dritte bauliche Meilenstein – das Projekt Stadtuniversität UZH – Bauen für Bildung und Forschung – ist ein Generationenprojekt, mit dem das Innovationspotential der Wissenschaft für die heutige und künftige Gesellschaft nutzbar gemacht werden soll. Für dieses Ziel müssen in den nächsten 20 Jahren notwendige Erneuerungen und Erweiterungen umgesetzt werden. Damit wird das bisherige und künftige Wachstum absorbiert und den modernen Anforderungen an Forschungs- und Lehrinfrastruktur Rechnung getragen.

Gezielte Nutzungsschwerpunkte

Inhaltlich will die UZH ihre Liegenschaften fach- und funktionsbezogen an ihren zwei Hauptstandorten im Zentrum und am Campus Irchel zusammenführen. Durch die Fokussierung auf zwei Standorte werden betriebliche Synergien verwirklicht und die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Fächern erleichtert. Am Standort Zentrum besteht insbesondere die Chance, das Zusammenwirken mit den Partnerinstitutionen ETH Zürich und Universitätsspital Zürich (USZ) gezielt zu stärken. Auf dem Areal Wässerwies soll daher ein modernes Lehr- und Lernzentrum für alle Fächer, einschliesslich der klinischen Medizin, angeboten werden. Lehrflächen für die klinische Medizin auf dem USZ-Kernareal und dem Areal Gloriarank fallen damit weg.

Lehr- und Lernlandschaft

Mit der Wässerwies errichtet die UZH eine moderne Lehr- und Lernlandschaft, welche den Mitarbeitenden und Studierenden der UZH, des USZ und der ETH Zürich gleichermassen offensteht. Studierende, Forschende und Lehrende dieser drei grossen Institutionen finden im Neubau ein vielfältiges Raum- und Arbeitsplatzangebot vor. Es wird multifunktional nutzbar sein und Platz für grosse Veranstaltungen wie Vorlesungen oder Prüfungen mit sehr vielen Studierenden bieten, aber auch Räumlichkeiten für Gruppenarbeiten und das Selbststudium. Eine grosszügige Bibliothek versammelt zudem das Angebot von bisher rund 60 universitären Bibliotheken. Ergänzend sind auf dem Areal die Büroräume der renommierten Wirtschaftswissenschaften, der Rechtswissenschaften sowie der Philosophie der UZH geplant.

Gesellschaftliche Durchmischung

Dank des zentralen Standorts und der unmittelbaren Nähe zum Park des Universitätsspitals wird die Anlage auch den Quartierbewohnern einen niederschwelligen Zugang zu den öffentlichen Angeboten der UZH gewähren. Zu diesen gehören Verpflegungsangebote für den kleinen und den grossen Hunger, vereinzelte Nebennutzungen wie etwa kleine Ladenlokale und – last but not least – moderne Sporthallen für die umliegenden Mittelschulen, den Akademischen Sportverband ASVZ und die UZH-Alumni.

Nächste Schritte

Das Projekt wird 2017 für den Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Eine erste Etappe soll Mitte der 2020er Jahre eröffnet werden. Dank dem Neubau Wässerwies wird die UZH dem Kanton zahlreiche Einzelliegenschaften zurückgeben, die aufgrund ihres Innenausbaus für die moderne Forschung und Lehre ungeeignet geworden sind und besser als Wohnraum genutzt werden.