Vier Fragen an
Prof. Dr. Lino Guzzella

Der Präsident der ETH Zürich im Kurzinterview

Porträt_Guzzella_Foto_Newsbeitrag.jpg

1) Welche Rolle haben Sie im Projekt Berthold?

LG: Als Präsident der ETH Zürich und Mitglied der Projektaufsicht setze ich mich für
optimale Rahmenbedingungen am Wissensstandort Zürich ein. Für die ETH Zürich ist
Gesundheit ein Schwerpunkt in Lehre, Forschung und Wissenstransfer. Wir sehen uns als
Partner der Universität Zürich und des Universitätsspitals. Darum beteiligen wir uns mit
ihnen, mit dem Kanton und mit der Stadt Zürich an der langfristigen Weiterentwicklung
der universitären Medizin im Zentrum von Zürich. Durch unsere Zusammenarbeit tragen
wir alle dazu bei, dass die medizinischen Wissenschaften langfristig positive Ergebnisse
und Innovationen hervorbringen können.


2) Welche Bedeutung hat Berthold für die ETH Zürich?

LG: Die ETH Zürich hat verschiedene Kompetenzen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften,
die in der Medizin wichtig sind. Damit die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung
möglichst rasch und patientengerecht in die medizinische Praxis einfliessen,
brauchen wir starke Partner in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Weiterentwicklung des
Universitätsspitals und des Hochschulgebiets Zürich Zentrum bringt Vorteile für alle medizinbezogenen
Forschenden im Herzen der Stadt – für unsere ebenso wie für jene der
Universität und des Spitals und – schliesslich am wichtigsten – auch für die Patienten.


3) Warum ist die räumliche Nähe zur medizinischen Forschung am Universitätsspital
und an der Universität Zürich wichtig für die ETH Zürich?

LG: Die Erfahrung zeigt, dass ein möglichst einfacher und direkter Austausch zwischen
Wissenschaftlern verschiedener Forschungsrichtungen zu Erfolgen führt. Räumliche Nähe
vereinfacht die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Der wissenschaftliche Fortschritt in
Medizin und Gesundheitswissenschaften ist zunehmend technologiegetrieben. Die gemeinsame
Nutzung solcher kostspieligen Infrastrukturen bedingt räumliche Nähe, unterstützt
interdisziplinäre Ansätze und ermöglicht Innovationen.

4) Welche Pläne hat die ETH Zürich für die universitäre Medizin im Hochschulgebiet
Zürich Zentrum?

LG: Als technisch-naturwissenschaftliche Hochschule müssen wir neue Potenziale und
Synthesen, die sich zwischen Medizin, Technologie und Forschung ergeben, rasch erkennen
und flexibel handeln können. Mit einer umsichtigen baulichen Planung können wir
dafür sorgen, dass wir moderne Infrastrukturen haben und zukünftige Potenziale optimal
ausschöpfen können. Darum bauen wir an der Gloriastrasse ein neues Forschungsgebäude
insbesondere für das ETH-Departement Gesundheitswissenschaften und Technologie,
um die Zusammenarbeit mit dem USZ und mit der UZH zu stärken. Der aktuell stattfindende
Rückbau ist zugleich der erste sichtbare Schritt des Projekts Berthold. Im Rahmen
der Richtplanung Hochschulgebiet Zürich Zentrum trägt die ETH Zürich mit einem
Arealabtausch bei der Sternwartstrasse dazu bei, dass sich das USZ im Zentrum optimal
entwickeln kann. Dafür wird die ETH in einem nächsten Schritt im Schmelzbergareal ein
Gebäude für die medizinbezogene Forschung zur gemeinsamen Nutzung bauen.